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Gast und Hausherr

von Linchi

Wenn Gast und Hausherr sich begegnen, so gehen im Gespräch die Worte zwischen beiden hin und her. Bald knüpft man an einem bestimmten Gegenstand an und zeigt seine Gestalt. Bald bietet man das Ganze dar und lässt es wirken. Bald befasst man sich mit dem Verhältnis zwischen dem Triebwerk erster Ordnung und dem vordergründigen Geschehen und wechselt zwischen Wohlgefallen und Zornausbrüchen hin und her. Bald zeigt man sich nur von der einen Seite und reitet auf einem Löwen feierlich daher. Bald setzt man sich auf den Elefantenköng.
Nun ist hier erstens zum Beispiel ein Schüler von der wahren, echten Art, dem es einfällt, einfach "Ho" zu rufen und dem Meister zunächst einmal einen Topf mit Leim entgegen zuhalten. Der Segensfreund jedoch, welcher nicht merkt, dass dieses "Ho" nur äußerlicher Art ist, lässt sich auf dieses Äußerliche ein und ergeht sich darin, den Gast auf allerlei Weise zu befühlen. Darauf ruft der Schüler wieder "Ho"! Der Meister aber ist noch immer nicht bereit, von ihm abzulassen. Dies ist die Herzverfettungskrankheit, die keine Heilung zulässt. Von diesem Verhältnis sagen wir: der Gast durchschaut den Hausherrn.
Oder aber ist einer ein echter Segensfreund, der keine äußerlichen Dinge anfasst und daherbringt. Er lässt sich auf den Fragepunkt des Schülers ein, um ihm diesen zu entwinden. Den ausgeraubten Schüler lässt er nicht mehr los, bis er beim Tode angelangt ist. Davon sagen wir: Der Hausherr durchschaut den Gast.
Oder aber ist da ein Schüler, der im Einklang mit der ganzen Region der makellosen Lauterkeit vor einen Segensfreund tritt. Und dieser Freund kann unterscheiden, dass auch das noch etwas Äußerliches ist, packt jenen an und will ihn in die Grube stossen. Der Schüler aber sagt: recht so, Ihr seid ein guter Segensfreund. Der Segensfreund schilt ihn und sagt: Was soll das heißen? Weißt du nicht was gut und böse ist? Und der Schüler neigt sich tief vor ihm zum Dank. Davon sagen wir Hausherr durchschaut Hausherrn.
Oder, viertens, ist da ein Schüler mit hölzernen Kragen um den Hals, in Fesseln, und tritt vor einen Segensfreund. Der tut ihm den Gefallen und legt ihm noch ein neues Schwergewicht von Holzkragen und Fesseln auf. Und der Schüler grinst vor Freude. Der eine kann den anderen gar nicht deutlich unterscheiden. Davon sagen wir: Gast durchschaut Gast.