Ein Zen-Text von Meister Tozan (807-869)
1
Ohne Irrtum,
Ohne Zweifel,
So ist der Dharma.
Der Buddha
Und die Meister,
Die seine Lehre weitergaben,
Haben nicht darüber gesprochen.
Jetzt könnt ihr es erlangen
Deshalb bitte ich euch,
Bewahrt es unversehrt.
—Nyoze-no ho.Busso mitsu-ni fusu.Nanji ima
kore-o etari. Yoroshiku yoku hogo subeshi.
2
Der weiße Schnee
Bedeckt das Silberplateau.
Das Licht des Mondes
Umhüllt den weißen Reiher.
Sie sind sich nahe,
Doch nicht identisch.
Sie sind innig vereint,
Doch jedes versteht seinen eigenen Zustand.
—Ginwan-ni yuki-o mori, meigetsu.ni ro-o kakusu.
Ruishite hitoshi-karazu.
Konzuru Tokinba tokoro-o shiru.
3
Das Bewusstsein
ist nicht Sprache.
Wenn sich die Gelegenheit anbietet,
müssen wir auch dorthin gehen.
—Kokoro koto-ni arazareba,raiki mata omomuku.
4
Durch die Worte verwirrt,
Stürzt ihr in den Abgrund.
Im Zerwürfnis mit den Worten
Gelangt ihr in die Sackgasse des Zweifels.
—Dozureba kakyu-o nashi,tagaeba kocho-ni otsu.
5
Sich ihm widersetzen,
Es berühren -
Das eine ist so wertlos
Wie das andere;
Das ist wie eine Feuerkugel.
—Haisoku-tomoni hi nari.
Daikaju-no gotoschi.
6
Drückt ihr euch
In verzierter Sprache aus,
So entstammt dies
Dem Reich
Der Befleckungen.
—Tada monsai-ni arawaseba,
sunswachi zenna-ni sokuso.
7
Mitternacht
Ist das wahre Licht.
Die Morgendämmerung
Ist nicht hell.
—Yahan shomyo,tengyo furo.
8
Diese Worte werden zum Gesetz
Des Seienden.
Wenn ihr sie gebraucht,
Könnt ihr alles Leiden
Und alle Schwierigkeiten
Von euch weisen.
—Mono-no tame-ni nori-to naru.
Mochiite shoku-o noku.
9
Selbst wenn es nicht ohne Bewusstsein ist,
Ist es nicht ohne Sprache.
Doch ist es unbewusst,
wird es zur Sprache.
—Ui-ni arazu to iedomo, kore go naki-ni arazu.
10
Wie wenn ihr euch im Spiegel betrachtet:
Form und Spiegelbild betrachten einander.
Ihr seid nicht das Bild,
Doch das Bild ist mit euch identisch.
—Hokyo-ni nozonde,gyoyo aimiru-ga gotoshi.
Nanji kore kare ni arazu, kare masa-ni kore nanji