Shunryu Suzuki (1905 -1971), japanischer Zen-Meister der Soto-Schule. Er ging 1958 in die USA und gründete dort mehrere Zen-Zentren, wie das Zen Mountain Center Tassajara, das erste Soto-Zen Kloster im Westen. Eine kompakte Darlegung seiner Lehre findet sich in dem Buch Shunryu Suzuki: Zen-Geist-Anfängergeist. Eine umfangreiche Website über Shunryu Suzuki Roshi ist www.cuke.com.
- Die gute Atmung
Wenn wir Zazen praktizieren, folgt unsere Aufmerksamkeit immer unserer Atmung. Wenn wir einatmen, kommt die Luft in die innere Welt. Wenn wir ausatmen, geht die Luft hinaus zur äusseren Welt. Die innere Welt ist ohne Grenzen und auch die äussere Welt ist ohne Grenzen. Wir sagen "innere Welt" oder "äußere Welt", doch in Wirklichkeit gibt es einfach nur eine ganze Welt. In dieser grenzenlosen Welt ist unsere Kehle wie eine schwingende Türe. Die Luft geht hinein und hinaus, wie jemand, der durch eine Pendeltüre geht. Wenn ihr denkt: "Ich atme", so ist das "Ich" ein Zusatz. Es gibt kein Du, das "Ich" sagen könnte. Was wir "Ich" nennen, ist nichts anderes als eine Drehtüre, die sich bewegt, wenn wir ein- und ausatmen. Sie bewegt sich nur; das ist alles. Wenn Euer Geist rein und ruhig genug ist, dieser Bewegung zu folgen, dann gibt es nichts: kein "Ich", keine Welt, weder Geist noch Körper, nur eine Drehtüre.
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