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Ursprungstexte und Bilder des Zen-Buddhismus
Website von Zen-Mönch W.Taiso Toku Ho

Willkommen, Sie finden hier Texte und Bilder des Zen-Buddhismus. Mögen diese ihnen Anlaß sein selbst den Zen-Weg zu üben und/oder ihre Übung zu vertiefen.
Das Eine oder das Andere hier werden sie mit Sicherheit nicht verstehen, ja selbst gestandene Buddhisten werden mit dem Kopf schütteln. Das liegt in der Natur der Sache. Wie dem auch sei - das Zen-Studium ist eine sehr tiefgründige und ernste Angelegenheit und sie werden bei oberflächlichem Studium kaum Erfolge erzielen. In welcher Diziplin könnte man das? Wenn ich ihnen an dieser Stelle einen ersten Rat geben darf, dann den: Erlernen sie ZAZEN. ZAZEN ist eine uralte yogische Meditationsweise. Das älteste Abbild eines in Zazenhaltung meditierenden Yogin wurde bei Ausgrabungen (1995-2005) in Nordwestindien entdeckt und mit den Methoden der modernen Wissenschaft auf das vierte Jahrtausend unserer derzeitigen Zeitrechnung datiert.

Zen-Meister Dogen (1200-1253) sagte:... für Zazen ist ein stiller Raum geeignet. Esst und trinkt massvoll, verwerft alle Verpflichtung, gebt alle Beschäftigung auf. Denkt nicht: Dies ist gut, das ist schlecht. Seid nicht parteiisch, nicht für noch gegen. Lasst alle Bewegung des bewussten Geistes gehen, Urteile, Meinungen und Erwägen. Habt nicht die Absicht, Buddha zu werden.
Zazen ist darüber hinaus nicht gebunden an sitzende oder liegende Haltung. An dem Platz, an dem ihr gewöhnlicherweise sitzt, breitet eine dicke Matte aus und legt euer Zafu (Sitzkissen) darauf. Sitzt entweder in der Lotus- oder Halblotushaltung. In der Lotushaltung legt zuerst euren rechten Fuß auf den linken Oberschenkel und dann den linken Fuß gegen den rechten Oberschenkel. Eure Kleider und Gürtel sollten locker sein und geordnet. Dann legt die rechte Hand auf die linke Ferse, die Handfläche nach oben, die linke Hand in die rechte, die Daumen sich leicht berührend. Sitzt so aufrecht in der korrekten Haltung des Körpers, weder nach links neigend, noch nach rechts, weder vor noch zurück.
Versichert euch, dass eure Ohren in einer Linie sind mit den Schultern, und die Nase mit dem Nabel. Legt die Zunge gegen den Gaumen, mit Zähnen und Lippen beide geschlossen. Eure Augen sollten offen sein, und der Atem geht sanft durch die Nase. Einmal die rechte Haltung eingenommen, nehmt einen tiefen Atemzug, atmet ein und aus, schwingt den Körper nach rechts und nach links und lasst euch in eine stabile unbewegliche Sitzhaltung nieder. Denkt Nicht-Denken. Wie denkt man Nicht-Denken? Jenseits des Denkens — Hishiryo. Das ist in sich die wesentliche Kunst des Zazen.
Das Zazen, von dem ich spreche, ist nicht gewöhnliche Meditation. Es ist einfach das Dharma-Tor von Frieden und Lauterkeit, die Übung/Verwirklichung vollständigen Erwachens, die Offenbarung der letztendlichen Wirklichkeit. Schlingen und Netze können sich ihrer nicht bemächtigen. Wenn ihr das einmal im Herzen begriffen habt, werdet ihr sein wie der Drache, wenn er das Wasser erreicht — wie der Tiger, wenn er die Berge durchstreift. Denn ihr müsst wissen, dass genau hier in Zazen der wahre Dharma sich selbst offenbart, und dass von Anfang an Erschöpfung und Zerstreuung verjagt sind.
Aus sitzender Haltung euch erhebend, bewegt euch langsam und ruhig, bedachtsam und still. Steht nicht plötzlich auf oder abrupt. Die Vergangenheit betrachtend finden wir, dass das Überschreiten von Erleuchtung und Nichterleuchtung, das Sterben in Sitzen oder Stehen immer ganz und gar abhingen von der Stärke und Entschiedenheit des Zazen...
(Ausschnitt aus dem Sutra Fukanzazengi von Eihei Dogen)